Der Tag wird kommen.

“Du weiß nicht, wie das ist, wenn man immer eine Maske trägt.”

Ich bin schwul und es sollte keiner Rolle spielen. Inzwischen lebe ich in Berlin und es spielt fast keine Rolle mehr. Aber ich bin auf dem Land aufgewachsen, da wo es doch eine Rolle spielt. Da, wo du für deine Sexualität manchmal eben gehasst, gemobbt, geschlagen, getreten, erniedrigt und bedroht wirst. Da wo es vorkommt, dass Kindheitsfreunde sich von dir abwenden, weil sie von deiner Sexualität erfahren.
Da, wo du niemanden erzählen kannst, dass du am Versuch gescheitert bist, dir das Leben zu nehmen, weil auch das nur weiteren Hass herbeiführen würde.

In dieser Welt versuchte ich lange unentdeckt und möglichst “hetero” zu bleiben. Es ist das Leben, in dem ich mich vor mir selbst ekelte, weil ich nicht mal zu mir selbst ehrlich sein konnte. Es ist das Leben, in dem du dir einredest, es wäre nur eine “Phase” und würde vorbei gehen. Es ist das Leben, in dem du dich versteckst und verkriechst und dich allein bei dem Gedanken an deine Sexualität schlecht fühlst.
Es ist ein Leben in versuchter Anonymität.

Immer wieder dient dieses Leben als Beispiel, warum Anonymität so wichtig ist. Und doch ist es falsch.
Es gibt viele gute Gründe für die Anonymität. Dass sich Menschen vor sich selbst ekeln, weil sie nicht sein können, wer sie doch sind, ist es nicht. Erklärt Homosexuellen nicht, dass sie sich verstecken sollen. Erklärt ihnen, dass sie stolz sein sollen, weil sie überlebt haben. Erklärt ihnen, dass sie Vorbilder sind und manchmal auch als Helden angesehen werden, weil sie es geschafft haben eine Welt zu erschaffen, in der sie offen leben können.

Viele trauen sich nicht sich zu outen und es ist wichtig sie nicht zu zwingen. Aber damit Homosexualität normal wird, darf die Gesellschaft die Homosexualität nicht verstecken. Die eigene Sexualität ist nichts, was versteckt gehört. Sie ist ein Teil von euch, versteckt euch nicht dafür.

Pro Homo.

Über Neutralität und Fairness

Ziel: Gerechtigkeit. Sowohl Neutralität als auch Fairness haben einen Anspruch darauf gerecht zu sein und niemanden zu bevorteilen oder zu benachteiligen. Und doch gibt es einen großen Unterschied, ob ich mich zu einem Konflikt neutral verhalte und mich nicht einmische, oder ob ich einer Konfliktseite beistehe und Position beziehe.

Auf dem 30c3 gab es den Talk “No Neutral Ground in a Burning World” von @quinnnorton und @dymaxion, in dem sie sehr gut erklären, wo das Problem der Neutralität liegt:

Neutralität ist häufig der Vorwand, sich nicht um ein Problem zu kümmern und Ungerechtigkeiten geschehen zu lassen. Neutralität kann keine moralische Instanz sein (wie auch die FDGO nicht als moralische Instanz funktioniert).

Auf dem Landesparteitag der Piraten Bremen haben ich als Versammlungsleitung einen Homophobie verharmlosenden Redebeitrag angemahnt und damit die absolute Neutralität als Versammlungsleitung verletzt und ein Stück weit Position bezogen, indem ich den Redebeitrag bewertet habe. Die Person konnte meine Mahnung nicht nachvollziehen und wollte lieber die Mahnung als die laufenden Beratung eines Satzungsantrages diskutieren. Weil sie auch auf mehrfache Anordnung dies zu unterlassen und dem Angebot, ihm das gerne später zu erklären, nicht nachkam, habe ich meine Machtposition als Versammlungsleitung genutzt und die Person der Versammlung verwiesen. (In der Hoffnung, dass Ruhe einkehren würde und der Parteitag weiter gehen würde. Tat er nicht. Es gab Tumult und schließlich haben wir den Parteitag auf Sonntag vertagt, damit sich alle wieder beruhigen können.)

Immer wieder denke ich darüber nach, ob ich damit meine Befugnisse als Versammlungsleitung überschritten habe und ob meine Handlung richtig war. Und ja, ich glaube, es war richtig nicht neutral, sondern fair zu sein – gerade aus der Verantwortung heraus einer Machtposition, wie sie die Versammlungsleitung nun einmal ist.

Neutralität ignoriert den Konflikt. Aber wenn ich meine Augen verschließe, verschwindet der Konflikt nicht.
Seid im Zweifelsfall besser fair als neutral.

Digitales Vergessen

Ich finde Vergessen doof. Dauernd vergesse ich irgendwas. Ganz besonders häufig vergesse ich Namen. Was bin ich glücklich, wenn ich auf meinem Telefon nachgucken kann, wie die Person denn heißt, wenn ich sie schon das fünfte mal treffe.
Erinnern bereichert mein Leben. Und weil mein Gedächtnis immer wieder Dinge vergisst, bin ich glücklich, dass es Technologien gibt, die mir beim Erinnern helfen. Fotos z.B. Oder eben Suchmaschinen.

Und schon heute nervt es mich, wenn ich alte Blogposts lese und die Links darin nicht mehr funktionieren. Teils weil CMSe umgebaut wurden, teils weil Internetseiten doch immer wieder vom Netz genommen werden. Ganze Social Networks sind im Nirvana verschwunden. Das Internet vergisst eben doch.

Es gibt also durchaus ein “vergessen werden” im Internet. Fraglich bleibt, ob es noch ein Recht auf Vergessenwerden braucht. Ich glaube diese Regelung ist zu viel vergessen, denn vergessen hilft der Menschheit nicht. Ich will, dass wir uns möglichst gut erinnern können, denn ich bin überzeugt davon, dass mehr Wissen die Menschheit weiter bringt.

Das Recht auf Vergessenwerden halte ich für kontraproduktiv.

Ich suche einen Job

… und ihr könnt mir helfen! Verteilt diesen Blogpost und wenn ihr was findet, wo ich hin passen könnte, gebt mir Bescheid!

Ich kann Versammlungen und Meetings leiten und rudimentär Linux-Server bedienen, sowie viele verschiedene Betriebssysteme. Gängige (Web-)Office-Anwendungen und Bild-, wie Videobearbeitung sind mir vertraut. Ich bin des Deutschen mächtig, kann fließend Englisch (mit deutschem Akzent) und mich auf Französisch verständigen. Ich habe mal angefangen Japanisch und Latein zu lernen. Vermutlich kann ich auch einigermaßen mit Code umgehen, aber so richtig kam ich noch nie dazu, eine der vielen Programmiersprachen umfassend zu lernen.
Einige Veranstaltungen habe ich schon organisiert und ich kann mir Mühe geben nicht zu spät morgens im Büro zu sein. Außerdem kann ich zu ganz vielen Themen eine Meinung haben und die oft auch einigermaßen gut begründen. Manchmal gebe ich auch kluge Ratschläge. Um im Team ordentlich zu arbeiten, brauche ich klare Absprachen. Ich kann Probleme vereinfachen, verkomplizieren oder auch lösen.

Ich lebe in Berlin und ein Umzug in eine andere Stadt geht nur, wenn ich wirklich gut bezahlt werde. Meinen Lebenslauf gibt’s als PDF und ansonsten könnt ihr mich unter “Gero Nagel” und/oder “zweifeln” finden.

Gerne würde ich nur Teilzeit arbeiten, weil ich noch Kulturwissenschaften an der Fernuni studiere und das gerne beenden möchte. Gerade suche ich aber vor allem einen Job, der die Miete bezahlt und nach Möglichkeit meine Fehlplanung finanziell ausgleicht.

(Mein Vater verstarb letzten Dezember und ich hoffte darauf, dass mich das Erbe bis zum Ende des Studiums bringt. Zudem brauchte ich nach seinem Tod eine Auszeit. Status quo ist, es wird noch Monate dauern, bis ich ausgezahlt werden kann und ich habe keinerlei Rücklagen mehr und brauche daher einen Brotjob. Die geplante Reise nach Istanbul fällt aus. Gebt mir eine Verdienstmöglichkeit!)

P.S. ein geschniegeltes Bewerbungsbild folgt, sobald ich eins gemacht habe.

Goal wanted

I don’t know what my goal is. What I work for. What I want to do.

In December 2013 my dad past away and with him the centre of my family disappeared. In May 2013 I stepped back as a board member of the Berlin Pirate Party and in August 2013 I quit my job at a TV-Production.
In June 2014 I started working for a NGO, and I quit in July again. I feel, I’m not doing anything and I guess I’m simply missing a goal. I tried pulling out old goals, but that doesn’t really work neither.

I have experience in quite a range of things (from growing up on a farm in rural Germany, working as a bike courier, for a TV-Production, several NGOs and political parties to studying philosophy, cognitive science, maths, computer science and culture studies) but none of this feels like it may give me a goal again. So I’m looking for a new one. Something that makes my get out of bed in the morning.

In 2009 I went to Australia as a gap after I left school. In that time I noticed I like reading about net politics more that surfing at awesome Australian beaches. I came back to Germany and got involved into net politics. First at NGOs, later in political parties.
Until than everything was somehow pretty good. I struggled on a goal before moving on from NGOs to political parties (first an internship at the green party, later as a board member of the pirate party). I had goals to fight for and I had a team to fight with.

Now after my missed chance to get back to net politics I noticed, I don’t really see my goal in net politics anymore. Maybe I just learned to much about how politics and the world is working, maybe I’m just bored about the same topics again and again not seeing any real progress.

I noticed I need a goal. I still study culture studies at the distance university of Hagen and I really like these studies, as there are pretty interesting, but I’m missing my goal there. The obvious goal is the degree, but I’m not really studying for the degree. Actually I miss the bigger picture. A degree is mainly a step to somewhere and I don’t know where I want to step to.
I guess that is the reason why I didn’t really focus on my studies for the past year. I’m missing the goal in there.

In October I want to travel again (first: hitch-hiking to Istanbul), as travelling helped my in 2009 to discover what I wanted. Now I hope that will work again.
And I’m blogging these Ideas, as I noticed blogging Ideas makes my thoughts more complete and maybe someone has even some Idea how I can figure out, what may give me a goal again to make me drive for something. Or someone has some Ideas where to travel to or what job to try. Or any other recommendations.

(Sorry for blogging in English. Sometimes it feels easier that way. And please correct my faults, as I’m not a native speaker :) )

Wie sieht der Plan aus um Überwachung zu beenden?

Vor knapp einem Jahr erzählte uns Edward Snowden von der globalen Überwachung. Wir werden alle überwacht. Und jetzt?

Gefühlt empören sich weite Teile des Internets seither über die Überwachung. Es wird protestiert und gemeckert, aber ich sehe keinen Plan. Es gibt Demonstrationen und weitere Demonstrationen werden geplant. Es gibt Untersuchungsausschüsse in Parlamenten, die untersuchen sollen, die wichtigen Informationen aber auch nicht kriegen.


(Unterlagen, die der Untersuchungsausschuss im Herbst von der NSA zum “aufklären” bekam, via @ThomasOppermann.)

Wir haben Regierungen, die sich so künstlich empören, dass klar ist, dass sie seit langem davon wissen und keinerlei Handlungsbedarf sehen. Wir, die selbsternannte “Internetlobby” sind uns einig, dass die Überwachung aufhören muss.

Wie sieht der Plan aus, um Überwachung zu beenden?

Es gibt viel Empörung und wird viel Transparenz und Aufklärung gefordert. Selbst wenn wir all dies bekommen, heißt das noch nicht, dass die Überwachung aufhört. Ein knappes Jahr nach den Enthüllungen sehen wir, dass die Empörung alleine nicht reicht. Wir brauchen einen Plan.
Vielleicht gibt es schon gute Pläne, dann wüsste ich davon gerne, denn ich wäre gerne Teil eines geplanten Anti-Überwachungs-Widerstandes, aber Empörung und blinder Aktivismus allein helfen nicht.
Wenn es diesen Plan nicht gibt, lasst uns einen entwickeln. Lasst uns treffen und einen großen Plan entwickeln.
Wer macht mit?

Lobbyismus hilft nicht gegen Machtmissbrauch

Sascha Lobo schlägt auf der re:publica vor, Netzaktivismus besser zu finanzieren und die Politik stärker zu lobbyieren, damit wir eine bessere Netzpolitik bekommen.

Er ruft zu einem Kampf gegen die Überwachungs-”Feinde” auf. Dieser Plan, dieser Kampf wird scheitern.

Ich lobbyierte selbst einige Zeit deutsche und europäische Politik – gegen die Vorratsdatenspeicherung. Gesetzesvorhaben können lobbyiert werden. Wie aber werden selbstermächtigte Geheimdienste lobbyiert? Ihre ‘Stärke’ besteht darin, dass sie sich nicht demokratisch kontrollieren lassen.

Gegen Vorgehen, die nicht mal in Parlamenten diskutiert werden, kann nicht lobbyistisch vorgegangen werden. Wer soll wie lobbyiert werden?
Was Sascha Lobo eigentlich will, ist direkter Einfluss auf die Regierung, denn wenn es irgendwo die Macht gibt, Geheimdiensten Einhalt zu gebieten, dann auf Regierungsebene.

Es geht dabei auch nicht um Netzpolitik, sondern um Politik. Es geht um Macht. Geheimdienste sind dafür geschaffen worden zu überwachen. Das lässt sich nicht mit Reformen beenden. Es geht nicht darum, dass Merkel das BKA zähmen soll, es geht darum für eine Gesellschaft zu kämpfen, die Überwachung nicht braucht. Es geht nicht um das Internet, sondern um Menschen. Es geht nicht um TTIP oder ACTA, sondern darum, wie wir das grundsätzliche Zusammenspiel von Individuum, Gesellschaft und Staat gestalten.
Dieser Kampf wird nicht in Parlamenten entschieden, die wir lobbyieren können, sondern in der gesamten Gesellschaft.

Wenn wir aktiv werden, müssen wir das große Bild vor Augen haben.
Wir können Regierungen und Geheimdienste nur angreifen, indem wir eine neue Welt gestalten, in der es keinen Platz mehr für Geheimdienste gibt. Lasst uns diese Welt gestalten!

Warum das mit der Netzpartei falsch ist

Netzpolitik ist unterkomplex. Es geht nicht um Netzpolitik, es geht um Politik. Das Internet ist ein sehr spannendes Phänomen und bedarf einer guten Regulierung. Da hinein gehören Datenschutz, das Unterbinden von Zensur und Netzneutralität.
Das Phänomen Internet stößt sich am derzeitigen Urheberrecht, so lässt sich auch da eine Reform fordern.

Damit ist das Internet aber nicht politisch abschließend behandelt. Das Internet drängt auch in Bildungs- und Sozialpolitik, in Wirtschaft- und Medizienpolitik. Aus der technischen Erneuerung “Internet” folgen weitere Phänomene wie dem “Peak Labour“.
Das Phänomen “Internet” lässt sich nicht ohne die Gesellschaft denken, die es nutzt und prägt. Politische Forderungen können nicht am Netzwerkkabel enden. Es gibt auch kabellos Internet. Und es gibt auch Menschen ohne Internet. Wir müssen Politik umfassend denken.

Lange haben wir uns unsere eigenen Untergrund gebaut “im Internet”. Wir müssen erkennen, dass es diesen Untergrund nicht mehr gibt und Politik komplexer ist, als nur seine Spielwiese zu verteidigen. Es ist richtig und gut komplexere politische Forderungen zu entwickeln und zu vertreten.

Piratenpartei – Postdemokratie

Seit Wochen wird in der Partei gesülzt. Dieses Gesülze (allem voran die Überbewertung der FDGO) ist im platonischen Sinne leer.

Die Begrifflichkeiten, die genutzt werden dienen nur als gut klingende Superlative. Es ist häufig unklar, was die Begriffe überhaupt bedeuten.
Die Aushöhlung von Begriffen ist ein fundamentaler Pfeiler der Postdemokratie im Sinne von Colin Crouch.

Was also seit Wochen in der Partei diskutiert wird ist leer, weil bedeutungslos, und führt in die Postdemokratie.

Es geht nur noch um Superlative und Wichtigtuerei. Es geht darum noch krassere Begrifflichkeiten zu finden (“Stalinismus” & “Nazi”).

Diese “Diskussionen” sind keine Diskussionen. Philosophisch ist es nicht mal ein Dialog. Es findet keine Vermittlung statt. Es ist leer, wie Merkels Null-Phrasen.

Das ist es, wo die Piratenpartei angekommen ist. Wollt ihr das?

Wenn nicht: lasst es. Lasst das leere Diskutieren sein. Denkt darüber nach, welche Begriffe ihr nutzt. Denkt die Begrifflichkeiten nach. Ihr müsst keine Neuen erfinden, es reicht, wenn ihr die Gedankengänge vorheriger Denker nachdenkt. Ohne Denken gibt es keinen Dialog. Wir waren mal die, die “Denkt selbst!” plakatierten. Es wäre schön, wenn zumindest “Denkt nach!” in der Partei funktionieren würde.

P.S.: Im Übrigen wird die FDGO gerade ausgehüllt. Wenn ihr nicht wisst, wohin mit eurer Empörung, richtet sich doch bitte dahin.

FDGO-Rant

Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist gut. Das Grundgesetz ist gut. Eine Überbewertung sollte trotzdem nicht stattfinden.

Seit Tagen geht die durch meine Timeline. Gestern kurzrantete ich dazu unterkomplex (und löschte ihn deshalb später wieder), heute ausführlich.

Die Forderung, dass die Piraten sich auf die FDGO besinnen sollen, ist quatsch. “Wir” sind die Grundrechtspartei. Mehr FDGO geht nicht. Es ist sogar wichtig, davon einen gewissen Abstand zu waren, denn eine Überbewertung führt dahin, was die FDGO selbst verhindern soll: den Totalitarismus.

Totalitarismus ist der Zustand den eine Gesellschaft einnimmt, wenn alles Handeln der gesamten Gesellschaft sich einer “totalen” Ordnung unterwirft.

Um Totalitarismus zu verhindern, ist es wichtig, einer Gesellschaft Rückzugsräume zu lassen. Um Totalitarismus zu verhindern ist es wichtig, dass Menschen sich ins Private zurückziehen können und auch anonymes handeln muss möglich sein. Das ist der Grund, warum wir uns gegen Totalüberwachung wehren. Totalüberwachung (wie z.B. die Vorratsdatenspeicherung) sorgt dafür, dass eine Gesellschaft ihre Rückzugsräume verliert und eine Ordnung sich “totaler” auf die Gesellschaft auswirkt. Dies gilt es im Sinne der Demokratie zu verhindern.

Wer auf einer einzelnen Rechtsordnung (wie der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung) einen gesamten Staat begründet, wird einen totalitären Staat begründen.

Das Rechtssystem im Rechtsstaat ist ein gemeinschaftlich ausgehandeltes System und gilt mittels Verfassung (Grundgesetz) für alle Menschen, also auch für die, die konkrete Rechtsnormen ablehnen.

Moral ist die innere Freiheit eines Menschen. Moralische und rechtliche Gesetze können unterschiedliche Handlungen schlussfolgern. “Im Zweifel für die Freiheit” und “Im Zweifel für die Pluralität der Meinungen” bedeutet, dass die moralische Handlung im Zweifel richtig ist und über der Handlung der Rechtsnorm steht.

Etwas polemisch, aber sehr schön hat dies @jselzer auf der Sigint 2012 ausgeführt (ab 22:08):

Es geht nicht um das Gesetz, sondern um die Gedanken, die ins Gesetz einst eingeflossen sind. Es ist in Ordnung, sich im Zweifel darauf zurück zu ziehen, aber die Welt verändert sich und Gesetze müssen anpassungsfähig bleiben. Wenn kein Zweifel besteht, sondern ein ernsthaftes Problem, ist es wichtig, sich nicht der Gesetzestreue zu unterwerfen, sondern das moralisch Gute zu tun.