Ein (Gesellschafts)System Diskurs

Vorhin stellte ich (auf Twitter) zwei Thesen auf:

These 1: Das System krankt, weil die Macht von Politik zu Wirtschaft verschoben wurde - und man auf die Wirtschaft (fast) keinen Einfluss hat.

These 2: Erst mit dem (Massen)Internet gibt es die Infrastruktur diese Machtverschiebung sichtbar zu machen.

Darauf hin ergab sich ein Diskurs mit @BiWi2010. Da Twitter mangels Zeichenumfang aber keine Systemtheorie-Diskussionen erlaubt, soll sie hier fortgeführt werden.

Mein Standpunkt: Kapitalismus ist nicht per se schlecht, aber ab absurdum geführt. BiWi2010s Standpunkt: Lasst uns ein neues System kreieren, ganz unabhängig von dem, wie es bisher läuft. Die Diskussion soll in den Kommentaren fortgeführt werden.

 

Kommentare

von: 9er0

Ich bin mir unsicher, wie eine Theorie so losgelöst aufgebaut werden kann. Bei “Null” anfangen mag zwar gut klingen, aber man baut ja doch “immer” auf andere auf. Unser ganzes Denken ist per se Geprägt von unserer Erziehung und unseren Erfahrungen. Daher halte ich es für unmöglich eine Theorie “aus dem Nichts” auf zu bauen (wenn es auch spannend klingt).

von: Say

Nichts kann aus dem Nichts gebaut werden. Das war ein Mis(t)verstehen? ;-)

Was ich twitterte war: Etwas Neues machen.

Das aber bedeutet im Sinne des Lernens (nehmen wir mal konstruktivistische Basics) - wir verknüpfen Dinge die vorher nicht zusammen waren.

Beispiel wäre die Schulentwicklung durch die Überwindung der getrennten Kulturen von Lehrer/Eltern/Schüler und hin zu einer gemeinsamen Kultur, in der Rückzugsraum für jeden ist. Und das eher nach den individuellen Bedürfnissen und nicht nach Rollenverteilung. Denn die wird im Wechsel vom Wissensvermittler zum Lernprozessbegleiter ohnehin anders. Die Akteuere werden nicht ihrer Wichtigkeit enthoben, sondern sie bekommen NEUE Handlungsräume.

So in der Art…..

:-)

von: 9er0

Sagen die Bildungsforscher :)

Die Systemkritik greift aber tiefer. Es geht darum, wie unser Leben funktioniert. Derzeit (und seit einigen Tausend Jahren) funktioniert es mir Geld - eine Tauschwährung, damit wir Tauschprodukte lagern können, bevor wir sie weiter tauschen. Bisher wurde dieser Tauschhandel aber auf einer anderen Ebene organisiert - in der Politik. Meine These ist nun, dass diese Ebene die Macht der Organisation selbst abgegeben hat - und sich dem Tauschhandel (Wirtschaft) selbst untergeben muss. Für die internationalisierte Wirtschaft gibt es derzeit keine funktionierenden Organisation/Regulierung. Da setzt meine Frage an: Wie kann das verbessert werden? Wie gesagt, ich selbst finde das Konzept Geld gut (zumindest hat mich noch kein Gegenargument überzeugt).

Wenn wir aber noch tiefer ansetzen (von noch weiter oben drauf gucken), stellt sich die Frage, wie unser Leben geregelt wird - wenn nicht durch Geld. Da aber fehlt mir (derzeit) die Kreativität, eine andere Lebensregulation zu finden.

von: Say

Muss es ohne Geld sein? Ich denke das wird ein ein evolutionärer Prozess - wenn es nicht mehr um die künstliche Mangelsituation geht, dann wird das Geld vielleicht irgendwann ersetzt.

Ich gebe Dir schon recht, es sind Probleme, dass keiner weiss wer mit wem was und wo ausgemacht hat. Aber ich mag das auch gar nicht mehr betrachten. Denn “auf dem Hügel” heisst ja nicht da oben zu stehen um zu erkennen welche Straßen, Wege und Trampelpfade es gibt um die Trampelpfade zu Autobahnen zu machen und die Straßen verfallen zu lassen. Sondern es heisst, zu sehen was da ist und wo einfach Sackgassen sind. Diese dann mal eben nicht auch noch zu nutzen, sondern die Systeme in den Chancen und Herausforderungen zu sehen und dann eben einen Schritt weiter zu gehen. Weiter im Denken und Handeln. Schwer es in Worte zu fassen. Darf ich bei dem Thema Schule bleiben?

:-)

Also…. Schule im Brennpunkt ….. alles verbrennt, alle brennen aus… die Papierkörbe sowieso. Was also tun? Druck ist bis zum Anschlag ….. noch mehr geht nicht. Wenn sich nun die Akteure an einen Tisch setzten - mit einem, der quasi auf dem Hügel steht, können die Probleme (Sackgassen) kurz notiert und angelegt werden. Im nächsten Schritt kann dann geschaut werden WAS BRAUCHEN WIR und dann nach Lösungen geschaut werden. Es gibt eines nicht mehr: “geht eh nicht” “haben wir schon mal probiert”.

Es geht um eine grundsätzliche Änderung der Haltung. Dazu müssen Probleme, Ängste und Befürchtungen bewusst werden, benannt werden…. reflexive Prozesse müssen in Gang kommen UND adäquat begleitet werden. Aber immer im Prozess des Neuen-Wachsen-Lassen.

Dazu braucht es eines…. Sicherheit. Die kann jemand geben, der es erlebt habt. (und hier kommt ganz klar die interdisziplinäre Zusammenarbeit ins Spiel –> Lernen am Modell / Resilienz / Neurobiologie……. hier unter anderem das Thema Spiegelneuronen)

Du musst also eines schaffen…. Aus den Ideen, die Du grad versuchst zu generieren AUSSTEIGEN. Dir kein Bild machen wollen, sondern einfach mal sammeln, was kommt. Ohne Bewertung und vor allem collaborativ. Und hier kommt das Web hinzu. Wir haben heute die Werkzeuge (und einige von uns das Wissen) das zu tun. Also Kontakte zu knüpfen, Gedanken zu teilen, uns auf die Prozesse einzulassen…..

Übrigends - die Schulen findest Du im “Netzwerk Archiv der Zukunft” - und da ist auch gerade viel im Prozess. Aus den “Best Practice” Dokumentationen müssen nun “practice” Beispiele werden. Nicht als Benchmark, sondern als Möglichkeit wie es sein kann….. nur als Modell….. nicht als “non plus ultra”.

Auch hier lernen wir gerade umzudenken. Und das braucht wieder Austausch, bewusst - werden, formulieren und reflexives Lernen.

:-))

von: mschaki

Tauschhandel, Wirtschaft, Geld

ich glaube die Probleme zurzeit liegen tief darin verwurzelt das sich Geld bzw. der Finanzmarkt von der produzierenden Wirtschaft abgekoppelt hat und derzeit die Politik (weltweit) nicht in der Lage ist die Eigendynamik des Finanzmarktes zu stoppen. Der Tauschhandel funktioniert nicht mehr.

Das führt leider die aktuelle politische Bildungsdiskussion ( hier im Hinblick auf Bildung für bessere Berufschancen gemeint) in ein Dilemma. Trotz hohem Ausbildungsstandard sinken für die Mehrheit der Bevölkerung die Reallöhne, die Kaufkraft und der Lebensstandard. In der für die Wirtschaftskraft eigentlich so wichtigen Mittelschicht ist dies schon deutlich zu spüren. Die Umverteilung in der Sozialpolitik ist mit Maßnahmen wie Aufstocklöhne für voll arbeitende Geringverdiener auf dem Weg die Sozialpolitik zu Gunsten der Wirtschaftsunternehmen gegen die Wand zu fahren. Hier profitieren nicht die Geringverdiener, sondern die Unternehmen. Wenn Geld keine produzierte Ware mehr im Gegenwert hat, sondern eine Eigendynamik entwickelt, wird es auf lange Sicht wertlos. Die derzeitige Finanzkrise zeigt solche Tendenzen. Gleichzeitig ist es kontraproduktiv wenn “gebildete” Menschen in der Gesellschaft keine oder zu geringe Wertschätzung erfahren, weil die Produktion (und somit das Arbeiten gehen des überwiegenden Teils der Menschen) für die Geldvermehrung nur noch von geringer Bedeutung ist. Sie sind nicht mehr wichtig in der Gesellschaft. (Tendenz erkennbar in der vieldiskutierten Politikverdrossenheit, die Menschen spüren das sie im derzeitigen System nichts mehr ändern können.

Lösung: Der Weltfinanzmarkt muss wieder in politisch regulierbare Formen gebracht werden, sonst fährt das derzeitige Gesellschaftssystem mit sich potenzierender Geschwindigkeit gegen die Wand.

Lichtblick für die Bildung: Eine solche Lösung ist nur mit gebildeten Menschen möglich, die eine Allgemeinbildung besitzen, die es Ihnen ermöglicht weit über ihren eigenen Horizont zu schauen.

Deswegen weiterhin alle Kraft in Bildung.

von: Say

Puh….

Hier scheint mir implizit wieder die Forderung nach 1. einer Art “Bildungselite”, welche das alles überblickt und 2. eine Regelung von “irgendwoher”.

Wie wäre es die Politikverdrossenheit zu lassen und statt in dem Antagonismus zu frönen einfach zu tun? Also Dinge anzupacken und handeln?

Ich bleibe einfach - der Übersichtlichkeit der Fäden beim Thema Schule. TUN nicht warten. http://www.buendnis-bildung.eu/projekte/schulen-der-zukunft/index.html

Ohne zu irgendwas zu rufen einfach Handeln, statt Grabenkämpfe zu diskutieren, die einfach nur Energie binden.

:-)

von: Say

by the way…. es geht in allen Themen. Wie geschrieben - Schule ist einfach nur ein Thema.

von: 9er0

Ich nehme da die Kontraposition ein. Ich glaube, dass es einen unglaublich gut funktionierenden Tauschhandel funktioniert. Er funktioniert so gut, dass er eine Eigendynamik entwickelt hat, die man nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Nun ist aber die Frage, wie man dies doch wieder unter kontrolle kriegen *kann*.

Wir befinden uns in einer Phase, die von dem “der Stärkere gewinnt” nicht mehr weit weg ist. Vlt. ist genau diese schon erreicht. Der, der besser handelt, gewinnt. Daran ist nichts zu rütteln. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Bildung da hinaus führt, denn auch diese bringt ja nur “Stärkere” und “Schwächere” hervor. Egal, wie gut sie ist. Es wird immer Gewinner und Verlierer geben. Die Kunst der Politik bestand darin, eine Balance zwischen dem “Stärkeren” und “Schwächeren” herzustellen. Einen Minderheitenschutz aufbauen. Sicherstellen, dass der Schwächere vom Stärkeren nicht zum Sklaven gemacht wird. Genau dies aber ist nicht mehr gegeben. Es kann durch die Politik nicht mehr sichergestellt werden, dass der “Schwächere” geschützt wird. Dies liegt, so vermute ich, an der Globalisierung, die den Staaten die Hände bindet. Egal, wie progressiv eine Regierung sein mag, die Unternehmen sind stärker - und gehen bei Bedarf in ein anderes Land. Eine Regelung könnte also allenfalls auf UN-Ebene funktionieren, dafür gibt es derzeit aber keine (wirkliche) Initiative und die UN hat dafür auch zu wenig Kompetenzen. Es ist die Frage, ob es jemals zu so einer Regulierung “von Oben” kommen kann, oder ob es mit den Revolutionen, die gerade überall so hervorquellen, nicht doch etwas komplett anderes geschaffen wird - um die Machtkonstellation radikal zu ändern, denn die vielen Menschen zusammen sind immer mächtiger, als die wenigen, die die Macht konzentriert haben. Wenn dies aber geschieht, bleibt die Frage, was danach kommt. Was daraus entspringt und wie die Welt danach aussehen wird.

von: Say

… gero - hier schieb ich Luhmann ein. Du sprichst die ganzen Ebenen an. Ja - Systeme, sinnvoll begonnen um Dinge zu regeln. Und die dann eine Eigendynamik bekommen haben. Wenn wir nun nach neuen Regelungen rufen, rufen wir neue System und neue Regelungen, die wieder geregelt werden müssen. (hol mal Ulrich Beck und die alte Ausgabe der Risikogesellschaft aus dem Eck - hier ist es rückwirkend hervorragend zu sehen)

Wenn wir nun - statt die Politik und Wirtschaft zu rufen selbst beginnen - zb Götz Werner mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen - dann mag es Menschen geben, die es als Hängematte nutzen. Und? Diese Menschen haben im Moment auch keine Option es anders zu machen. Wir haben definitiv nicht genug Arbeit für alle. Ergo wird es immer “Verlierer im System” geben. Wenn wir nun hingehen und ihnen die Möglichkeit eröffnen wirklich zu W Ä H L E N…. ?

Vielleicht (und hier ist halt die Haltung als Erfahrung und deren emotionale Bewertung ein wichtiger Aspekt, der subjektiv beim Individuum liegt) - vielleicht passiert dass, was Falko Peschl im Unterricht erlebt. Das Kinder die zu ihm rüberkommen, erstmal GAR NICHTS tun. Und das ihnen das nach einer Weile echt zu langweilig wird WEIL sie nicht gezwungen werden.

Dazu müssen die “Leitenden” aber eine andere Haltung haben. Statt “Nun muss der aber mal……” zu einem “er wird - weil er es in sich hat”. Vertrauen und das Aushalten der Unwägbarkeit des Wie und Wann.

von: Say

“Da Kinder und Jugendliche nicht ausreichende Teilhaberechte in der Gesellschaft der Gegenwart besitzen, da ihre Bildung und Erziehung nicht hinreichend vor dem Zu- und Übergriff durch sparsame, sorglose und zuwenig an der weiteren Zukunft orientierten Menschen, insbesondere Politiker der kurzsichtigen Machterhaltung geschützt ist, die ihre Entscheidungen zunehmend mehr mit aktuellen Angeboten an die schnellebige Befriedigung von Interessen von Wählergruppen binden, sind Lehrende und Lernende als Anwälte für die Notwendigkeit und Kosten des Lernens wichtig.” Reich 2008

So…. wenn wir das betrachten, steht da nichts anderes, als die Problembeschreibung, dass Systeme sich selbst erhalten wollen. Ich würde sagen, das an sich ist legitim. Nun brauchen wir den Schritt zu fragen, was ist dabei ethisch vertretbar und wie kann es gelingen, diese Ethik zu transportieren? Wie können die Politiker, die auch hier wieder negativ benannt werden, ihre Aufgabe erfüllen?

Aus der Erfahrung mit dem Schulthema - es ist die Angst um den eigenen Platz, der da das Handeln bestimmt. Also müssen diese Ängste gefühlt, benannt und bearbeitet werden. Und das mit Druck in Form von “Ihr müsst nun aber….” geht nicht. Unter Druck geht gar nichts. Doch…. Kampf oder Flucht - oder Toter Käfer spielen.

Machen viele Kids in der Schule. Nennt sich dann “mangelnde Anstrengungsbereitschaft” oder “Verweigerung”…..

von: 9er0

Vorweg: Ich habe Luhmann (noch) nicht gelesen.

Ich glaube nicht daran, dass sich durch dieses “einfach machen” etwas wirklich ändert. Das bedingungslose Grundeinkommen kann man ja auch nicht “einfach so” einführen, sondern das muss mindestens in der ganzen BRD kommen. Ob alle Konsequenzen (wie wird’s finanziert) bearbeitet sein müssen, weiß ich nicht. Ich glaube sogar, dass das gar nciht geht, weil vollkommen unabsehbar ist, wie die Gesellschaft sich dann entwickeln wird. Dass jedenfalls wäre ein sehr sehr tiefgreifender Einschnitt. Ich gebe dir allerdings recht, dass es nicht genug Arbeit für alle gibt - oder sie zumindest grundlegend neu verteilt werden muss. Wenn sie aber neu verteilt wird, braucht sie neue Maßstäbe. Diese Maßstäbe wiederum müssten aber klar sein, bevor irgendwas verändert wird, denn ansonsten ist die Skepsis in der Bevölkerung zu groß, als dass sie einfach drauf los preschen. Dann wird die ganze Idee kaputt diskutiert - wie das m.M.n. auch mit dem Sozialismus passiert ist (den ich nicht per se für schlecht halte).

von: Say

Stopp…. Geht nicht gibbet nich…

:-)

Und Luhmann kannst du nicht “lesen” - irgendwann macht es klick… und dann ist ein Fensterchen offen..und dann macht es mal wieder klick… dann ist noch eines offen. Ich glaube Luhmann ist Haltung.

Aber zu der prinzipiellen Frage nochmal Kersten Reich - und das ist alles unter dem Aspekt der Konstruktivistischen Didaktik geschrieben - nicht als Gesellschaftskritik:

” Sie (Lernende und Lehrende) sollen unter dem Anspruch handeln, dass jede Beobachtung eine neue Möglichkeit eröffnet, die bisher nicht gesehen wurde, so dass Offenheit nicht in Beliebigkeit kontemplativ zerfällt, sondern in aktive Teilnahme und Nutzung umschlagen kann” Reich 2008, S. 172

von: 9er0

Wo habe ich denn “geht nicht” behauptet?

Und was für Fenster sollen sich öffnen (mit einem *klick*), wenn ich doch garnicht weiß, was Luhmann überhaupt gesagt/geschrieben/behauptet hat? Wenn ich seine Schriften nicht lese, werde ich es wohl auch nicht verstehen können, oder?

Das Zitat ist ja auch ganz schön … nur knüpft das irgendwie an meine Frage nach den Maßstäben an? Meine Thesen waren im Übrigen auch nicht auf die Schule bezogen, sondern allgemein als Gesellschaftsanalyse/-kritik zu verstehen. Ich glaube auch nicht, dass man unser gesellschaftliches Leben in der Schule ändern kann…

von: Say

Habe ich geschrieben, dass Du Luhmann nicht lesen sollst? ;-)

Und auch war mir Schule nur als Beispiel. Eine Metatheorie ist eine super Idee - aber damit kommt doch keiner mehr mit. Also sollten wir beim Überlegen erstmal in den Bezügen bleiben, mit denen die Menschen etwas anfangen können. Nennt man auch Situiertheit.

Eigentlich braucht es für jedes ein eigenes Konzept - aber den Transfer können wir dann versuchen. ;-)

von: 9er0

Eine Metatheorie ist essentiell um eine wirkliche Veränderung her zu führen. Zurück zu meiner ersten These: “Das System krankt, weil die Macht von Politik zu Wirtschaft verschoben wurde – und man auf die Wirtschaft (fast) keinen Einfluss hat.” Damit greife ich das System als solches ja schon an. Ich gehe nicht davon aus, dass man das System aus sich selbst heraus verändern kann, sondern denke, dass das System, wie es derzeit funktioniert krankt. Wenn dem so ist und es wirklich krankt, dann können wir die Lösung aber nicht in dem System selbst suchen, sondern müssen darüber hinaus gehen. Und wenn wir darüber hinausgehen, brauchen wir eine neue Metatheorie (wie der Kapitalismus auch eine Metatheorie ist (war)).

von: Say

Metatheorien gibt es. Aber bisher auch die damit erhoffte Veränderung Oder nicht immer wieder nur weitere Ausdifferenzierungen der Systeme - mit der Folge, dass diese sich erhalten wollen?

Damit würdest Du dem Ganzen weiter Vorschub leisten. Quasi analysieren welche Instanzen wie agieren und neue Instanzen davorschalten, um dies zu beschränken oder zu verändern. Innerhalb der Systeme würden aber die gleichen selbstreferenziellen Prozesse ablaufen…..

Darum möchte ich es runterbrechen und ganz pragmatisch den Ansatz der interdisziplinären Vernetzung gehen. Wie können Individuen an einen Tisch geholt werden, deren bisherige Schutzmechanismen ein Abschotten als Lösung hatten? Wie kann ein Raum gestaltet werden, der eine Öffnung ermöglicht….

Meines Erachtens durch die Objektivierung der subjektiven Theorien. Zum Thema machen, was innen ist. Wie geht es mir. Was macht mir Angst. Warum will ich nicht aus meinen Strukturen heraus.

Und dazu braucht es Menschen, die das erlebt haben und die es als “Modell” zeigen. Das es geht. Wir sind Menschen und als solche gibt es soziale Mechanismen. Die aber nicht mechanisch laufen, sondern die über Spiegelneurone ermöglicht werden.

Vielleicht magst Du Joachim Bauer vor Luhmann lesen…. “Das Prinzip Menschlichkeit”

von: 9er0

Ich werde aus deinem Kommentar einfach nicht schlau. Wenn ich über eine neue Metatheorie philosophiere, bleibe ich ja gerade nicht im System, sondern denke drüber nach, wie das System aussehen sollte. Nun wirfst du mir vor, ich bliebe in dem System … Wie soll ich in dem System bleiben, wenn ich doch gerade über eine Alternative dazu nachdenke?

Nun meinst du, dass man das ganz praktisch und interdisziplinär lösen kann … wie sieht denn dann deine Lösung aus? Vom Zusammensetzen verschiedenster Experten alleine ist ja noch keine Lösung geschaffen… Aber was muss denn verändert werden, damit alles gut wird?

von: Say

Oh no no…..

Ich habe nicht formuliert (auch nicht implizit), dass Du im System wärst. By the way…. wir sind TEIL - wir können gar nicht raus. :-)

Aber wir sind grad in der Beobachterposition und schauen aus unserer subjektiven Perspektive auf den Teil, der vor uns liegt. Wobei Du was anderes siehst als ich - ganz einfach, weil Du andere mentale Repräsentationen in Dir hast. Was wir aber grad tun ist eine spannende Sache - wir reflektieren, dass wir verschiedene Dinge aus der Perspektive sehen und machen damit subjektive Wahrnehmung explizit. Und das in einem Raum (nett hier bei Dir im Blog), der und den Rahmen ermöglicht angstfrei zu explorieren was der Andere überhaupt meint.

Da wir aber ein Ziel haben - nämlich etwas zu finden, das einen Ansatzpunkt bietet, dass wir als Akteure (als Teilnehmer) das System beinflussen (was wir aber immer tun) können, damit es sich verändert. Zu …. ja, zu was eigentlich?

Vielleicht müssten wir an der Stelle unsere Vorstellungen der Gesellschaft (wie sie sein könnte) formulieren?

Was soll nach Deiner Vorstellung passieren? Wie soll das Verhältnis von Politik und Wirtschaft aussehen?

von: 9er0

Wir reden an einander vorbei. Wir können nicht aus dem System heraus, denn wir sind von ihm allgegenwärtig umgeben - und doch können wir uns was anderes vorstellen. Wir können uns aus dem System aber heraus denken. Wir können Konzepte erdenken und uns daran argumentieren. Wir können auch unmögliche Bedingungen *denken*, z.B. es gäbe kein Licht. Wenn es kein Licht gäbe, wären wir alle blind. Wenn wir alle blind sind, bekommen wir Probleme mit dem Autofahren, denn wir können nicht mehr sehen, was auf der Straße ist. Wir könnten also kein Auto mehr fahren. Du siehst, wir können uns in eine Idee hineindenken, ohne das sie wahr ist. Also können wir auch ein anderes System *denken”. Mit Kant: “… aber denken muss es sich doch lassen”. Wir können *immer* abstrahieren und damit uns auch andere Systeme denken, obwohl wir in einem gefangen sind. Wir sind möglicherweise in einem gewissen subjektiven Sichtfeld, welches sich auch auf unsere Gedanken nierderschlägt - so gar sehr sicher ist das so, aber dies ist kein Argument dagegen, dass wir nicht Systeme *denken* können.

Diese Frage nach dem, wie die Gesellschaft funktionieren soll, habe ich damit ja gestellt. Meine Thesen waren ja, dass die Gesellschaft krankt, weil es eine Machtverschiebung zur Wirtschaft gab. Wenn es diese Machtverschiebung tatsächlich gibt, sollte die Frage sein, wie wir diese wieder zurückschieben. Oder wir machen etwas ganz anderes, weil es unmöglich ist zurück zu verschieben. In dem Fall brauchen wir einen neue Metatheorie der Gesellschaft. Wie diese denn aber aussieht, bleibt offen. (Da gab es Ideen von Marx … die aber gesellschaftlich verbrannt sind, wenn sie auch nie angewandt wurden.)

von: Say

Cool - ein Aufhänger….

Marx.

Und ein gutes Beispiel der Perspektive. Er hat eine Diagnose der Gegenwart gestellt. Beschrieben was er wahrgenommen hat. Und dann seine Idee entwickelt und ausformuliert.

Aber damit verlor er die Anbindung an das, was passierte.

Bismark führte die ersten sozialen Absicherungen ein - und nahm damit einen Teil des sozialen Sprengstoffs. Die Ausdifferenzierung in Arbeiter und Angestellte teilte die Masse der arbeitenden Klasse….. aus einer (von ihm definierten) Klasse entstanden zwei Klassen, die sich wiederum ausdifferenzierten…… Die Gewerkschaften nahmen die (tarif)politische Arbeit auf…..

Also änderten sich die Rahmenbedingungen.

Wir haben völlig andere Rahmenbedingungen als Marx - sie sind noch komplexer geworden. Können wir eine Reduktion vornehmen, die diese Ebene erreicht?

Ich vermute nicht.

Ein andrer Aspekt: Marx baute auf die Kraft der Menschen als Klasse…. als EINE Bewegung. Zum einen macht das Bauchweh…. Massen in Bewegung zu setzen ….. Zum anderen kann es heute um die Partizipation gehen - um das Sehen und Handlungsräume nutzen. DIE ja da sind. Darum mein Ansatz zu zeigen, was es schon gibt. Wo Partizipation und Handlung gelebt wird.

Denn das ist eine Mischung aus Bottom -Up und Top-Down. Es ist die Verbindung von “Ich mache und wer macht mit”.

Theorien haben wir genug. Für alles und gegen alles. :-) Oft auch für Dazwischen.

Oder wie Hüther sagt: Wir haben kein Erkenntnisproblem - wir haben ein Umsetzungsproblem. Und Umsetzen kann ich, was mir als Rahmen ermöglicht wird und wo mich jemand begleitet.

Somit müssen wir schauen - WAS ist das, was Du ändern willst und wie lässt sich das ansetzen. Welche Handlungsspielräume haben die Akteure in DEM jeweiligen Themenfeld.

:-)

von: maxen

Zu These 1 (9er0):”Das System krankt, weil die Macht von Politik zu Wirtschaft verschoben wurde – und man auf die Wirtschaft (fast) keinen Einfluss hat.”

In These 1 begegnet mir viel Einzahl: ein System, die Macht, die Wirtschaft. In Einzahl kann ich zu der These kaum etwas sagen, und in der Mehrzahl nichts Neues: Es gibt viele Systeme, seien es nur ‘die etablierten, vorherrschenden Systeme’ in Rente, Pflege, Bildung, Gesundheit .. aber es gibt ein all’diese Systeme verbindendes System, ich nenne es Geldwert-System, andere nennen es Geldsystem; und wenn das krank/kaputt ist, dann sind auch alle, vom Geldwert abhängigen Systeme krank/kaputt.

Ich verfolge die These, dass das Geldwert-System krank (und mittlerweile kaputt) ist, seit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes zum Jahrtausendwechsel. Zu der Zeit hätte nicht nur der Neue Markt eine neue Bewertung/Gesundung erfahren ‘müssen’. Das geschah (auch) in Vorbereitung auf den Euro nicht, und in Folge der Ereignisse um den 11.Sept.2001 wurde das Geldwert-Problem von der Geld-Nachfrage durch Krieg überlagert. Natürlich ist der Geldwert abhängig von der Geldmenge.

Es freut mich sehr, dass intensiv am Beispiel Schule argumentiert. Ich kam auf Schule, weil http://maxen.de/infragestell.txt und versuche den Gedanken weiter aus-zu-bauen und zu verbreiten[0]. Aber es interessiert niemanden, kein Feedback, seit fast zehn Jahren .. und ja, ist der Gedanke denn wirklich so schlecht oder gilt (nur) der Prophet im eigenen Lande nichts ;-)

[0] http://bit.ly/kvevoo

von: 9er0

Hmm … Idee ist ja nicht schlecht (d.h. ich bin auch der Meinung, dass Bildung eher Lebensaufgabe ist, d.h. jeder, der keine Arbeit hat, sollte gefälligst auf die Uni gehen können - so lange, bis er/sie kein Bock mehr auf Uni hat, sondern arbeiten gehen möchte (die Welt auch wirklich bewegen)), allerdings nicht umfassend genug formuliert. Mit “Zettel und Stift und in die Schule gehen” ist es eben nicht getan. Was genau soll denn ein jeder dann in der Schule machen? Was soll die Schulleitung in dem Fall mit dir machen? Zurück zum “Systemdiskurs”: Was genau willst du mit “der” Wirtschaft (die es so natürlich nicht gibt …) machen? Wie solle das Schulsystem deiner Meinung nach den aussehen? Braucht es noch so was wie Klassen? Wie schafft man Leistungsnachweise? Und wie wird man “der” Wirtschaft ihre Leute geben? Womit willst du sie ausbilden? Was müssen Schulabgänger alles können? Wann sollten sie die Schule verlassen? Wie werden die Kosten für das Bildungssystem gedeckt? Wenn das beantwortet werden kann, können wir uns darüber unterhalten, die Gesellschaft in der Schule/Uni zu organisieren…

von: Say

Geniale Fragen mein Lieber…

Hallo maxen!

Also

Braucht es noch so was wie Klassen?

Nein - es braucht soziale Bezugsgruppen, die aber altersheterogen auch entsprechende Impulse bieten. Peer to Peer …. Kollaboratives und Kooperatives Lernen….

Wie schafft man Leistungsnachweise?

Definiere die Leistung….. Faktenwissen oder Kompetenzen? Prozessorientiert?

Und wie wird man „der“ Wirtschaft ihre Leute geben?

Mit den obigen Lernformen wird es eher wahrscheinlich, team-orientierte Kräfte zu bilden, die ihre eigene Aufgabe über den Tellerrand sehen.

Womit willst du sie ausbilden? Was müssen Schulabgänger alles können? Wann sollten sie die Schule verlassen? Die Fragen verstehe ich nicht….

Wie werden die Kosten für das Bildungssystem gedeckt?

Wie werden sie bisher gedeckt…..

von: 9er0

Leistungsnachweise sollen klar machen, was der Schüler/Lehrling/Student kann. Wenn “die” Wirtschaft kommt und Mitarbeiter einstellen will, möchte sie wissen, wie gut jemand in Mathe, Deutsch und Biologie ist. Dafür gibt es derzeit Noten, an denen man sich orientieren kann (und sie geben nur eine Orientierung wieder, sie sind nie ein Spiegel der tatsächlichen Leistung, was häufig unter den Tisch fällt …). Wie soll dies in einem “peer-to-peer-Netzwerk” gesichert werden?

Wenn Teams ausgebildet werden, wie “sehe” ich, wie teamfähig ein Einzelner ist (aus Sicht “der” Wirtschaft)?

Zu: “Was müssen Schulabgänger alles können?…” Wenn wir die Schule umkrempeln, welche Inhalte soll diese haben? Was soll in der Schule vermittelt werden? Sollen die Inhalte die gleichen sein, wie sie es derzeit sind? (Mathe/Deutsch/Musik/Naturwissenschaften/Sozialkunde …etc.) Teams neigen dazu, Aufgaben so aufzuteilen, dass jeder immer das macht, was er am besten kann. Wie wird gesichert, dass er auch das lernt, was immer die anderen im Team machen? Jemand der kein Mathe kann, wird versuchen Mathe immer auf die anderen abzuwälzen … wie wird gesichert, das er trotzdem Mathe lernt?

Und: wenn “peer-to-peer” in der Schule funktioniert, wie lange soll es funktionieren? Wann soll ein Abschluss erreicht werden? Und wie soll der Abschluss aussehen? Wann gehen Schüler in die Ausbildung in einen Betrieb? Wann sollen sie anfangen zu studieren?

Kosten für’s Bildungssystem werden durch Kostenminimierung (große Klassen, altes Lehrmaterial …) und Steuereinnahmen der Wirtschaft gedeckt. Wenn wir Klassen (oder wie auch immer die Gruppen bezeichnet werden sollen) verkleinern und mehr Lehrpersonal haben, werden die Kosten aufgebläht. Wie werden diese gedeckt?

von: maxen

Du stellst Fragen ;-) Jede Schule ist anders, und ich gebe so wenig vor wie möglich! Alles andere kann als Geheimnis verstanden, entdeckt werden; es steckt ein Zauber dahinter und dieser soll erhalten bleiben.

Die Idee ist nicht neu, und das Modell: Schulen als Knoten, und Straßen und Wege als Graphen im Netz, ist leicht zu verstehen. Gemeint sind alle Schulen, auf der ganzen Erde. Das ist für mich umfassend.

Also betrachte ich alle Schulen verbindende Gemeinsamkeiten und zeige Mittel und Wege auf -> die aus eigener Kraft reproduzierbar, wieder und wieder herstellbar sind. Dahinter steckt das in Schule zu vermittelnde Wissen und Können.

Der Antrieb ist die Befriedigung der Grundbedürfnisse, wenigstens der Kinder. Essen, Schlafen, Kleidung und Bildung in Mitteln und Wegen und Reproduktion, zur Organisation (Logistik) und Verwaltung für die Grundbedürfnisbefriedigung.

(Gero): Mit „Zettel und Stift und in die Schule gehen“ ist es eben nicht getan. (maxen): Es genügt zur Schule zu gehen und sich ein zu bringen. Zettel und Stift sind nicht notwendig, könnten aber, wie ein Fahrrad, von Vorteil sein.

(G) Was genau soll denn ein jeder dann in der Schule machen? (m) Jede’r das, was ihm/ihr liegt, sie/ihn interessiert. Du willst es genau. Es wird alles Mögliche sein, orientiert an den Notwendigkeiten für den Selbsterhalt. Lesen, Schreiben und Mathe werden natürlich (Organisation & Verwaltung) gebraucht. Fahrrad fahren für schulübergreifenden Transport & Logistik. Kräuter pflanzen, Tomaten ernten, .. kochen, Transport-Fahrräder warten. Und mit dem bevorstehenden Währungskollaps .. (Handwerks-)Betriebe, Küchen, Gärten und vor allem deren Mitarbeiter’innen einbinden, Sozialstationen, Kitas, Jugendzentren und Altenheime anbinden. Natürlich ist die Zusammenarbeit mit Hochschulen, wo möglich, ausdrücklich erwünscht und eindringlich erbeten

Die Schule wird also nicht unbedingt der Hauptaufenthaltsort der Schülerinnen und Schüler bleiben (und ist dazu auch oft nicht geeignet), sondern tatsächlich als regio-lokaler Knoten für die eigene Organisation und Verwaltung (Arbeitsprozess begleitendes Lernen) genutzt.

(G) Was soll die Schulleitung in dem Fall mit dir machen? (m) Nichts soll Sie mit mir oder anderen machen. Sie hat die Voraussetzungen zu schaffen, ‘das Leben mit der Schule’ zu verbinden und die Freiheiten dazu zu gewähren.

(G) Zurück zum „Systemdiskurs“: Was genau willst du mit „der“ Wirtschaft (die es so natürlich nicht gibt …) machen? (m) Aus eigener Kraft selbst wirtschaften, und so lange ‘Wirtschaft’ existiert ist diese Eingeladen mit zu machen und auszubilden.

(G) Wie solle das Schulsystem deiner Meinung nach den aussehen? (m) Global vernetzt, verteilt und nicht_hierarchisch. (G) Braucht es noch so was wie Klassen? (m) Offensichtlich nicht. Aber wieso sollte eine Schule nicht auch Klassen haben, wenn die beteiligten Schulangehörigen sich dazu entscheiden. (G) Wie schafft man Leistungsnachweise? (m) Wer Leistungsnachweise wünscht sollte sie auch in Form von Zertifikaten oder Zeugnissen erhalten können. (G) Und wie wird man „der“ Wirtschaft ihre Leute geben? (m) Wenn die Wirtschaft soo geil auf Leute ist, wird sie frühzeitig mit ihnen, Schule und UNI in Kontakt treten, Ausbildung vorbereiten und durchführen. (G) Womit willst du sie ausbilden? (m) Mit sich selbst an Ihren Wünschen und Träumen (G) Was müssen Schulabgänger alles können? (m) Können müssen geht nicht; ebensowenig wie wollen müssen (Du musst nur wollen) oder richtig wollen (Du musst richtig wollen). Ansonsten ist das abhängig von lokal-regionalen Gepflogenheiten. Nicht jede’r muss(!)Lesen und Schreiben(!)können; Lesen und Schreiben ist keine Voraussetzung dafür, ein guter oder liebevoller Mensch zu sein. (G) Wann sollten sie die Schule verlassen? (m) Wenn es der Entwicklung dienlich ist, nie oder täglich. (G) Wie werden die Kosten für das Bildungssystem gedeckt? (m) Das Funktionieren ohne Geld war/ist Voraussetzung für das Modell, wie ich es mir wünschte und gefunden habe.

(G) Wenn das beantwortet werden kann, können wir uns darüber unterhalten, die Gesellschaft in der Schule/Uni zu organisieren… (m) Das mag identitätsstiftend, aus den Betroffenen heraus selbst entstehen.

von: maxen

Hi 9er0,

wie (unsere) Zeit hier mal schnell, dort langsam vergeht .. Entwicklung drängt sich auf. Ich begehe Medienbruch und beantworte Deine per Kurznachricht gestellte Frage hier.

(G) Was für “Aufgaben” soll sie [Schule] in der Gesellschaft erfüllen? Und wie soll dies geschehen?

Aufgaben Aufgaben sollen von den Schulen selbst gewählt werden; sie bestimmen selbst ihr ‘Minimum’ und ihre Spezialisierungen, erkennen sich und ihr Umfeld und Gestalten darin und daraus ihr Eigenes selbst (regio-lokal Wert schaffend).

(Aufgaben) .. in der Gesellschaft Welchen Anspruch haben die Schul-Angehörigen an sich selbst? Funktionieren die Familien der Kinder? Was gehörte dazu, einem von den Schul-Angehörigen selbst gewählten Minimal-Anspruch zu genügen, das die Kinder genug zu Essen haben, Essen angeboten werden kann (wenn Geld grad mal nicht funktioniert).

Aufgaben bedeuten (mir) Grundfunktionen von Gesellschaft, wenn sich Schule die Schuhe anziehen möchte (boot-prozess) [weil es andere nicht können oder nicht tun]: Grundversorgung wenigstens der Kinder, Familien der Kinder und Organisation der Pflege der ganz Alten. Näher an die ‘Betroffenen’, als über Schule, ist die Organisation und Verwaltung von Grundversorgung kaum verortbar.

Ich bin mir sehr unsicher, ein Struktur für Entscheidungen vor-zu-schlagen; das gäbe viel vor, was ich mir aus den Schul-Angehörigen selbst heraus erhoffe, oder mischte sich ein, in Dinge die ich nicht überschau’ oder erfassen kann[0].

Ich weiß’nicht ob Schulen sich unbedingt eine Verfassung geben sollten, oder ob sich an Schulen Räte bilden sollten. Ist es notwendig? Ich ‘muss’ wohl definieren, was ich unter einer Gemeindeschule, was unter einer Schulgemeinde verstehe, und was darin ‘Eine Stimme’ bedeutet. Ich muss darüber schlafen ..

Ähnliche Unsicherheit hatte ich bei der ‘Benutzerverwaltung’. Ich habe mich Jahre nicht dran getraut. Jetzt glaube ich, einen guten Ansatz gefunden zu haben. Dass [1] stark inspiriert ist, wenn nicht gar geklaut[2], ‘nu ja, in der Vergangenheit hat es ja nicht nur Scheiße gegeben ;-)

Gero, DANKe für die Fragen!

Alles Gute und bis bald maxen

[0] Ich will nicht empfehlen, dass es von Vorteil sein könnte, sich täglich Gesicht, Hände und Füße zu waschen und das Gemächt, oder täglich Gymnastik zu machen, wobei die Himmelsrichtung eine Rolle spielt. (was ist alle Verbindendes)

[1] http://wiki.skolelinux.de/ChristianMaxen/PPP

[2] Zum Verfahren (belastetes Wort, aber): Leitbild Ohne Dich mit Eigenem abzumühen, wildere in allen Revieren, bis Du zusammen hast, was Du suchst. Beachte wesentliche Kenntnis der Entwicklungen vergangener Jahrhunderte. Und Detailkenntnisse aktueller Entwicklungen.

von: maxen

Nachtrag .. von Wegen .. ein mal Vollspacke’, bitte ;-) http://plus.google.com/109256288594370953258