Progressiver Think Tank

2014 hat sich die Progressive Plattform gegründet, die für progressive Politik stehen sollte, sowohl innerhalb der Piratenpartei, als auch außerhalb.
Inzwischen ist die Domain ausgelaufen, Twitteraccount und Facebookseite verwaist.

Die Netzszene war ein starker politischer Motor. Die Enquête-Kommission wäre ohne sie nicht eingesetzt worden. Nach dem Erfolg der Berliner Piratenpartei 2011 wurden Transparenz, Datenschutz und Bürgerbeteiligung große politische Themen.

Klassische Netzpolitik wurde jahrelang ausführlich debattiert. Probleme sind klar definiert und Lösungen warten darauf umgesetzt zu werden. Das ist politisches Tagesgeschäft, das wird früher oder später passieren.

Was mir aber seit Jahren fehlt, sind politische Visionen. Mit der Piratenpartei wurden auch so Dinge wie das BGE oder Liquid Democracy diskutiert. Es wurde darüber geredet, wie die Gesellschaft der Zukunft aussehen soll. Heute haben wir die AfD, da wird gefordert, die Gesellschaft solle wieder aussehen, wie vor 150 Jahren.
Abseits dieser grotesken Stellvertreterdebatten gibt es aber tatsächlich große Probleme, die vor unserer Gesellschaft liegen und ich nehme keiner Organisation wahr, die sich umfassend darum kümmert.
Was passiert mit unserem Arbeitsverständis durch Peak Labour und Mechanical Turk?
Wie funktioniert Bildung in Zeiten von Wikipedia? Warum werden noch Definitionen gelehrt? Ist das sinnvoll?
Werden Moocs Universitäten ersetzen? Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht?
Wie verhält sich das mit den Cyborgs? Werden wir in 30 Jahren alle Cyborgs sein? Was würde das bedeuten?
Wo kommt all der Hass von Pegida und Co her? Wie funktioniert Hate Speech – und welche Mittel dagegen helfen wie?

Ich will diese Debatten führen und mir fehlt ein Forum dafür.

In meinem Verständnis sind das Fragen, die klassischer Weise in Think Tanks bearbeitet werden – aber mir fällt kein Think Tank ein, der diese Fragen bearbeitet. Ich habe keine Lust auf das politische Tagesgeschäft, sondern will diesen Think Tank, der an diesen Fragen arbeitet.
Die Antworten sind komplex und schwierig, aber genau das will ich: ohne Tagespolitik an den großen Fragen dieser Gesellschaft arbeiten.

om16-logoAllein, ich kenne keinen Think Tank, der diese Fragen bearbeitet. Ich kenne viele gute Initiativen wie iRights, die Open Knowledge Foundation, DigiGes oder den ccc. All diese Organisationen finde ich wichtig und gut – aber sie machen klassische Netzpolitik und erarbeiten damit nur einen Teil der großen Frage, wie wir in 20, 30 oder 50 Jahren leben wollen.
In Teilen werden diese Debatten auf der openmind diskutiert – aber ein Wochenende im Jahr reicht nicht, um diese Probleme umfassend zu bearbeiten.

Vielleicht werden diese Fragen schon irgendwo diskutiert. Wenn ja, bin ich für Hinweise sehr dankbar. Wenn nein, warum nicht? Und: wie können wir es schaffen, diese Fragen zu bearbeiten?

Ideen, Anregungen und Kritik sind herzlich willkommen!

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