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Piratenpartei - Postdemokratie

Seit Wochen wird in der Partei gesülzt. Dieses Gesülze (allem voran die Überbewertung der FDGO) ist im platonischen Sinne leer.

Die Begrifflichkeiten, die genutzt werden dienen nur als gut klingende Superlative. Es ist häufig unklar, was die Begriffe überhaupt bedeuten. Die Aushöhlung von Begriffen ist ein fundamentaler Pfeiler der Postdemokratie im Sinne von Colin Crouch.

Was also seit Wochen in der Partei diskutiert wird ist leer, weil bedeutungslos, und führt in die Postdemokratie.

Es geht nur noch um Superlative und Wichtigtuerei. Es geht darum noch krassere Begrifflichkeiten zu finden (“Stalinismus” & “Nazi”).

Diese “Diskussionen” sind keine Diskussionen. Philosophisch ist es nicht mal ein Dialog. Es findet keine Vermittlung statt. Es ist leer, wie Merkels Null-Phrasen.

Das ist es, wo die Piratenpartei angekommen ist. Wollt ihr das?

Wenn nicht: lasst es. Lasst das leere Diskutieren sein. Denkt darüber nach, welche Begriffe ihr nutzt. Denkt die Begrifflichkeiten nach. Ihr müsst keine Neuen erfinden, es reicht, wenn ihr die Gedankengänge vorheriger Denker nachdenkt. Ohne Denken gibt es keinen Dialog. Wir waren mal die, die “Denkt selbst!” plakatierten. Es wäre schön, wenn zumindest “Denkt nach!” in der Partei funktionieren würde.

P.S.: Im Übrigen wird die FDGO gerade ausgehüllt. Wenn ihr nicht wisst, wohin mit eurer Empörung, richtet sich doch bitte dahin.

Kommentare

von: Gero

Ich schrieb auch nicht, dass in der Partei *nur* gesülzt wird. Klar gibt es auch komplexere Argumentationen, derzeit aber extrem viel Übergeneralisierung, unzureichende Verkürzungen und leere Phrasen.

von: SD

Es werden ja nicht nur Schlagworte benutzt. Ich schätze mal der Eindruck entsteht, da z.B. auf Twitter aufgrund der Zeichenbeschränkung komplexe Sachverhalte oft zwangsweise in (auch nicht immer 100% passende) Schlagwörter gefasst werden müssen. Und da diese häufig auch Reizwörter sind, bleiben sie eben eher im Gedächtnis, als ausführlichere Darlegungen.

Was den Stalinismus angeht, kann ich das nicht genau aufklären. Ich verwende den Begriff nicht, weil ich ihn unpassend finde. Mein “educated guess” wäre allerdings, dass es sich auf die politische Verfolgung von Abweichlern von der reinen kommunistischen Lehre zu Zeiten Stalins bezieht. Offenbar empfinden einige den Umgang mit Leuten, die sich nicht das von sehr links orientierten Parteimitgliedern gewünschte Verhaltensschema aneignen wollen, so. Wohlwollend könnte man es wohl als Stilmittel der Übertreibung, um einen Punkt zu machen, einordnen. Sonderlich konstruktiv finde ich den Begriff allerdings nicht. Wenn du es genau wissen willst, wirst du jemanden fragen müssen, der den Begriff verwendet.

von: Gero

Wenn nur Schlagworte benutzt werden - ohne es jemals konkret zu machen - schon. Aber vielleicht magst du mir ja erklären, was genau mit dem “Stalinismus”-Vorwurf gemeint sein soll? Was ist das denn? Stalinismus?

von: SD

Nur weil dir nicht klar wird, was andere zu sagen versuchen, ist es noch lange nicht “leer”.